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Frau in Lagerhalle
Berufe, Regionen und Branchen im Blick

IHK Arbeitsmarktradar Bayern 2026

Ältere, Ausländer, Frauen

Ältere Beschäftigte

2024 waren 23,6 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern mindestens 55 Jahre alt. Bis 2029 wird dieser Anteil leicht zurückgehen auf 23,3 %, da dann bereits ein größerer Anteil der „Babyboomer“ in Rente gegangen sein wird. Rund 1,4 Mio. der voraussichtlich 6,0 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern werden dann in diese Altersgruppe fallen.

Der Anteil der Älteren ist in den Berufen sehr unterschiedlich (siehe Tabelle 1). Spitzenreiter sind die Berufe der Fahrzeugführung, die Textil- und Lederberufe sowie die Reinigungsberufe, wo der Anteil Älterer 2024 jeweils über ein Drittel betrug. Auch in den gebäude- und versorgungstechnischen Berufen ist der Anteil Älterer mit 30,6 % sehr hoch.

Mit Ausnahme der ohnehin schrumpfenden Textil- und Lederberufe, ist in diesen Berufen mit einem hohen Ersatzbedarf und einem sich weiter verschärfenden Arbeitskräftemangel zu rechnen.

Tabelle 1: Top 5 - Beschäftigte nach Älterenanteil (55+) 2024 in Bayern

Fahrzeugführung 34,4 189.000 Textil und Leder 34,4 22.000 Reinigung 34,1 143.000 Gebäude- und Versorgungstechnik 30,6 124.000 Schutz, Sicherheit und Überwachung 30,4 51.000

Ausländische Beschäftigte

In den letzten Jahren haben ausländische Beschäftigte wesentlich zum Beschäftigungsaufbau in Bayern beigetragen. Der Anteil ausländischer Beschäftigter an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg von 14,7 % im Jahr 2018 auf 19,0 % im Jahr 2024.

Hält der Trend an, würde die ausländische Beschäftigung von 2024 bis 2029 von rund 1,09 Mio. auf 1,36 Mio. (+24,9 %) weiter wachsen. Der Anteil der Ausländer an allen SV-Beschäftigten in Bayern würde demnach ebenfalls weiter steigen auf 22,5 % im Jahr 2029. Diese Entwicklung setzt jedoch voraus, dass die positiven Zuwanderungstrends der letzten Jahre sich weiter fortsetzen.

Die Anteile ausländischer Beschäftigter und ihre Entwicklung variieren deutlich zwischen den Berufsgruppen (Tabelle 2). 2024 hatten die Reinigungsberufe mit 53,9 % den höchsten Anteil ausländischer Beschäftigter, gefolgt von den Berufen der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (44,5 %) und den Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen (40,9 %).

Schon jetzt hat zudem mehr als jeder dritte Berufskraftfahrer einen ausländischen Pass. Bis 2029 wird weiter mit einer starken Zuwanderung in diese Berufsgruppe gerechnet, wodurch der Anteil ausländischer Beschäftigter in dieser Berufsgruppe am stärksten steigen wird (+12,7 %). Trotz dieser starken Zuwanderung bleiben die altersbedingten Ersatzbedarfe hoch.

Tabelle 2: Top 5 - Beschäftigte nach Anteil ausländischer Beschäftigter 2024 in Bayern

Reinigung 53,9 143.000 Lebensmittelherstellung und -verarbeitung 44,5 143.000 Tourismus, Hotel, Gaststätten 40,9 142.000 Hoch- und Tiefbau 39,1 89.000 Fahrzeugführung 36,4 189.000

Frauen

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Bayern ist weit fortgeschritten: 2024 lag der Frauenanteil an den SV-Beschäftigten bei 46,3 %. Bis 2029 (46,6 %) ist kaum eine Änderung zu erwarten.

Potenzial für eine Steigerung der Partizipationsquoten gibt es vor allem unter den ausländischen Frauen (Abbildung 1). Während die Partizipationsquote deutscher Frauen 2024 in Bayern in der Altersgruppen 30 bis 34 Jahren mit 79,5 % am höchsten war, lag diese bei den ausländischen Frauen 12,2 %-Punkte niedriger. Der Trend ist jedoch positiv: 2018 lag der Abstand in dieser Altersgruppe noch bei 21,6 %-Punkten. In den höheren Altersgruppen war der Abstand deutlich niedriger.

Das größte Potenzial für eine noch stärkere Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt liegt bei der Ausweitung der Arbeitszeit: Die Teilzeitquote von erwerbstätigen Frauen ist deutlich höher als bei Männern. 2024 arbeiteten rund 50 % der Frauen in Bayern in Teilzeit, bei den Männern waren es nur 11 %. Würde es gelingen, die durchschnittliche Arbeitszeit der Frauen in Teilzeit nur um wenige Stunden zu erhöhen, hätte das starke Auswirkungen auf das Arbeitskräfteangebot. Da der IHK Arbeitsmarktradar allerdings eine Pro-Kopf Betrachtung der Erwerbstätigkeit vornimmt, ist eine Berechnung der Auswirkungen einer Erhöhung der Arbeitszeit im Modell nicht möglich.

Abbildung 1: Partizipationsquoten deutscher und ausländischer Frauen nach Alter im Jahr 2024

Liniendiagramm mit dem Titel „Partizipationsquoten deutscher und ausländischer Frauen nach Alter im Jahr 2024“. Das Diagramm zeigt die Partizipationsquoten deutscher und ausländischer Frauen am Arbeitsmarkt nach Alterskohorten im Jahr 2024.  Deutsche Frauen: 20-24: 52,8%; 25-29: 78,6%; 30-34: 79,5%; 35-39: 75,2%; 40-44: 75,8%; 45-49: 76,0%; 50-54: 75,5%; 55-59: 70,0%; 60-64: 53,1%; 65-69: 8,3%; 70-74: 1,7% Ausländische Frauen: 20-24: 47,0%; 25-29: 62,6%; 30-34: 67,3%; 35-39: 67,9%; 40-44: 70,7%; 45-49: 74,2%; 50-54: 70,8%; 55-59: 64,1%; 60-64: 49,8%; 65-69: 13,4%; 70-74: 2,4%

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